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Der Tunnel Rastatt

Der Tunnel Rastatt unterquert das gesamte Stadtgebiet von Rastatt sowie die Federbachniederung mit einer Länge von 4.270 Metern. Er beginnt östlich von Ötigheim und endet südlich von Rastatt im Bereich Niederbühl. Mit der Untertunnelung des Stadtgebietes werden die Anwohner künftig vom Lärm der vorbeifahrenden Züge entlastet. Zudem lassen sich die Gewässer Murg und Federbach ohne Beeinträchtigung des Naturhaushaltes unterqueren. Der Tunnel Rastatt wird für eine Geschwindigkeit von 250 Kilometer pro Stunde ausgelegt.

Der Tunnel ist Bestandteil des Planfeststellungsabschnitts 1.2 der Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe–Basel. Für den Abschnitt besteht seit dem 11. August 1998 Baurecht. Im Mai und im September 2016 starteten die beiden Tunnelvortriebsmaschinen (TVM) ihre Arbeit an den Röhren. Rund 3.700 Meter hatte die östliche TVM bereits zurückgelegt, als sie im August 2017 die Gleise der Rheintalbahn erreichte: Bei der Unterquerung der bestehenden Gleise verschoben sich die Tübbingelemente des Tunnels, woraufhin die Bahn die darüber liegende Strecke sofort sperrte. In den folgenden Wochen wurde die Tunnelröhre auf 160 Metern mit Beton verfüllt, die Gleise der Rheintalbahn wurden auf einer 275 Meter langen Stahlbetonplatte neu verlegt. Am 2. Oktober 2017 gab die Bahn die Strecke wieder für den Verkehr frei.

Um den Tunnel fertigstellen zu können, änderte die Deutsche Bahn zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Tunnel Rastatt die Pläne zum Weiterbau der beiden Tunnelröhren:

  • Fertigstellung der Weströhre auf 200 Metern mit der TVM „Sibylla-Augusta“ mit Auflast
  • Verlegung der bestehenden Rheintalbahn auf die im Rohbau fertiggestellte Weströhre; erstellen der Oströhre in offener Bauweise
  • Parallel dazu: Herstellung der Querverbindungen zwischen den beiden Tunnelröhren, Einbau der Festen Fahrbahn und der Ausrüstungstechnik in bereits fertigen Tunnelabschnitten

Die Unterlagen zum notwendigen Planänderungsverfahren für diese Maßnahmen wurden bereits beim Eisenbahn-Bundesamt eingereicht. Voraussichtlich im Jahr 2020 werden die Arbeiten an der Weströhre abgeschlossen, im Anschluss ist der Weiterbau der Oströhre mit Baubeginn im Jahr 2021 geplant. Die Inbetriebnahme des Tunnels verschiebt sich voraussichtlich um ein Jahr auf 2025. Detaillierte Informationen zum Weiterbau finden Sie hier.

Auf dem YouTube-Kanal der Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe-Basel finden Sie umfangreiches Videomaterial zum Tunnel Rastatt.

BIM schafft mehr Transparenz im Projekt Tunnel Rastatt

Für das Projekt Tunnel Rastatt nutzt die DB Netz AG erstmals das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) geförderte Building Information Modeling (BIM). Der Tunnel Rastatt ist das größte von bundesweit vier Pilotprojekten, in denen das Potenzial der neuen digitalen Arbeitsmethode getestet wird. Mit BIM werden Planung, Ablauf und Nutzung des Tunnels dreidimensional simuliert. Beteiligte und Betroffene erhalten so frühzeitig ein realistisches Bild der Planungen. Neben den geometrischen Informationen fließen auch Terminplan- und Kostenwerte in das Modell mit ein. Dadurch können Bau- und Kostenverläufe vorab simuliert, und bei drohenden Mehrkosten frühzeitig gegengesteuert werden.

Die Nutzung derselben Informations- und Datenplattform verbessert zudem die Vernetzung aller Projektbeteiligten und fördert die Kommunikation. Die bisherigen Erfahrungen mit BIM im Projekt Tunnel Rastatt sind durchweg positiv: Die Qualität der Planung konnte bereits deutlich verbessert werden. Daher soll BIM künftig bei allen Großprojekten der DB Netz AG eingesetzt werden.